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Wie setze ich Farben in Räumen richtig ein?

Wie setze ich Farben in Räumen richtig ein?

Wir Menschen sind täglich von Farben umgeben, die auf unsere Psyche und unser Wohlbefinden großen Einfluss haben können. Ein besonders großen Einfluss haben Farben bei der Einrichtung, egal ob zu Hause oder im Büro. Sie wirken sich nicht nur auf die Optik und den Stil eines Raumes aus, sondern auch auf unser Wohlbefinden: Blau beruhigt, Rot macht lebendig und Gelb versprüht gute Laune. Farbe kann einem Raum eine persönliche Note verleihen, schafft Wohnlichkeit und Atmosphäre, kann die Wirkung des Tageslichts beeinflussen, lässt Räume größer oder gemütlicher wirken, stimuliert, beruhigt und noch so vieles mehr.  

Zuallererst, bevor wir euch Tipps empfehlen wie Farben für deine Inneneinrichtung optimal genutzt werden können, möchten wir euch die Grundlagen der Farbenlehre etwas näherbringen:

Was ist eigentlich Farbe?

Eine Farbe ist eine individuelle visuelle Wahrnehmung, die durch Licht, das in dem für das menschliche Auge sichtbaren Bereich liegt, hervorgerufen wird.
Wir nehmen Farben über rund 137 Millionen Fotorezeptoren in unseren Augen wahr. Das sind 70 % aller menschlichen Sinneswahrnehmung.
Vom psychologischen Ansatz her betrachtet gibt es keine Farben außerhalb des Auges, sondern lediglich Strahlungen, die auf die Netzhaut des Auges gelangen und von spezifischen Sinneszellen in Nervenimpulse umgewandelt werden. Diese Impulse werden ans Gehirn weitergeleitet und lösen dort eine Farbempfindung aus. Die Farbe ist eine Sinnesempfindung.

Farbe wird von Licht "getragen", aber die Farbempfindung entsteht erst in uns und unterliegt vielen verschiedenen Einflüssen. Ein Beispiel: ein hellgrünes Auto wird von der untergehenden Sonne angestrahlt und es erscheint uns immer noch grün, und wir nehmen auch wahr, dass es rötlich beleuchtet ist. Wenn wir durch eine Pappröhre schauen, so dass weder die Umgebung gesehen wird, noch, dass es sich um einen Teil des uns bekannten Autos handelt, würden wir den gleichen Farbreiz eher als Lachsrosa empfinden. Wir können also Farben abhängig von ihrer Umgebung als unterschiedlich wahrnehmen.

Welche Farben gibt es?

Es werden Primärfarben, Sekundärfarben und Tertiärfarben unterschieden:

1. Primärfarben

nennt man die Grundfarben Gelb, Rot und Blau, da diese nicht aus anderen Farben gemischt werden können.

2. Sekundärfarben

entstehen durch das Mischen zweier Primärfarben: Grün, Violett und Orange.

3. Tertiärfarben 

bilden sich durch das Mischen einer Primärfarbe mit einer Sekundärfarben: Rotorange, Rotviolett, Gelborange, Gelbgrün, Blaugrün und Blauviolett.

4. Farbabstufungen

Diese zwölf Farben können weitere Abstufungen haben - hellere, dunklere, blassere, kräftigere usw. Diese entstehen, wenn ihr
Farben mit Schwarz, Weiß oder Grau mischst. Und jeder dieser Nuancen hat einen eigenen Begriff:

  • Farbton: Synonym für "Farbe"; alle Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben sind "Farbtöne"
  • Sättigung: Mischen einer Farbe mit Weiß und Schwarz; führt dazu, dass der Tonwert des Farbtons verändert wird
  • Schattierung: entsteht, wenn ein Farbton mit Schwarz gemischt wird
  • Tönung: Gegenteil von Schattierung; entsteht, wenn ein Farbton mit Weiß gemischt wird
  • Tonwert: bezieht sich auf die unterschiedlichen Stufen zwischen Hell und Dunkel eines Farb- oder Schwarz-Weiß-Bildes

Weiß und Schwarz gelten technisch nicht als Farben, sondern als Schattierungen.

Wie wirken Farben bei der Inneneinrichtung?

Bevor ihr mit der Farbgestaltung in einem Zimmer beginnt, solltet ihr die architektonischen Besonderheiten im Raum wahrnehmen und überlegen, welche Elemente ihr betonen und kaschieren wollt. Mit Wandfarben könnt ihr besonders gut Eigenheiten eures Zimmers wie z. B. Decke oder Lichteinfall betonen. Generell wird die Farbgestaltung nach unserem Raumgefühl von unten nach oben heller. Dieses Prinzip hilft dir grundsätzlich bei der Gestaltung von Räumen und gibt besonders für das Zusammenspiel von Wandfarben, Möbel, Teppich und Accessoires in kleinen Räumen eine Orientierung.

Raumwirkung

Sehr wichtig ist auch die Größe des Raumes, denn Farben können einen Raum größer und kleiner wirken lassen. Farben wie Rot und Braun lassen den Raum kleiner erscheinen, dagegen haben helle Farben wie Weiß, Pastell und kühle zarten Farben eine offene und weite Wirkung. Blasse Farben, die einen hohen Weißanteil haben, reflektieren Licht und lassen somit auch enge Räume breiter wirken. So gewinnt ebenso eine weiß gestrichene Zimmerdecke optisch deutlich an Höhe und reflektiert ca. 10 bis 15 Prozent mehr Licht als eine dunkel gestrichene Decke. Bedenkt auch, dass einfarbige Flächen den Raum größer wirken lassen als Wände mit mehreren Farben oder Mustern. Einfarbige Räume vermitteln optische Ruhe im Raum. 

1. Woher kann ich mir Anregungen für das Einrichten mit Farben holen?

Ihr könnt euch gern von Motiven aus Magazinen, auf Postkarten oder Gemälden inspirieren lassen. Vielleicht habt ihr sogar einen Lieblingsmaler und ihr richtet euch nach seiner verwendeten Farbwelt und übersetzt es in euren Wohnbereich.

2. Wie passen verschiedene Farben zusammen?

Allgemein helfen Moodboards mit Stoffproben und Abbildungen von Möbeln, um zu veranschaulichen, wie verschiedene Farben miteinander harmonieren könnten.
Wer die Online-Plattform Pinterest nutzt, kann hier schöne digitale Bilder-Pinnwände zu individuellen Farbthemen oder zum eigenen Lieblings-Wohnstil erstellen.



3. Wo beginnt das Farbkonzept?

Es gilt die Faustregel: Erst groß, dann klein! Wenn ihr euch für ein Farbkonzept entschieden habt, dann wählt zuerst zentrale Möbelstücke wie z. B. Couch oder Kommode.
Diese sind schließlich der kostenintensivste Faktor und ihr sollt lange daran Gefallen finden. Danach könnt ihr euch auf die Suche von Leuchten und Teppiche machen. Und zuletzt
kommen die Dinge, die sich schnell und günstig austauschen lassen (dazu zählt auch die Wandfarbe).

4. Wie kann ich sicher gehen, dass mir meine Wandfarbe später gefällt?

Tipp: Streicht eine große Pappe mit der ausgewählten Farbe an und stellt diese an die Wand, die ihr gern in den gewünschten Farbton versehen wollt.
Erst wenn ihr die Farbe nach ca. einer Woche mögt, dann könnt ihr die Wand anstreichen.

5. Welche Wirkung haben eigentlich Farben?

Wer eine passende Farbe z. B. für das Schlafzimmer sucht, sollte auf Blau-Nuancen zurück greifen, denn Töne mit einem hohen Blauanteil wie Türkis und Petrol haben eine
kühle Ausstrahlung und beruhigen. Dagegen wirken Farben wie Rot, Orange und Gelb aktivierend - gut geeignet also für Räuume, in denen es lebhafter zugeht.
Damit eine Wandfarbe nicht allzu dominant wirkt, solltet ihr besser auf Kontraste setzen, z. B. mit Komplemtärtönen. Durch die Beimischung von Schwarz und Grautönen wird 
die Leuchtkraft reduziert und dadurch erscheinen die Farben denn weicher. Es entstehen sogenannte gebrochene Farben wie Senfgelb oder Olivgrün.

  • Gelb - warm, lebhaft, kreativ, heiter - lässt kleine Räume größer wirken
  • Orange - stimmungsaufhellend, aufdringlich - ideal für Räume mit wenig Tageslicht, sowie für Küchen oder Esszimmer
  • Rot - aktivierend, erwärmend, erhitzend - sollte in Räumen nur als Impuls eingesetzt werden
  • Rosa und Pink - besänftigt, baut Aggressionen ab - geeignete Farbe für Schlafzimmer
  • Violett - beruhigend, konzentrationsfördernd - eher für Empfangsräume geeignet
  • Blau - ruhig, melancholisch, nachlässig - blau lässt kleine Räume größer wirken; besonders geeignet für Schlafzimmer
  • Türkis - offen, seriös, positiv - türkisfarbende Räume wirken kühl, aber persönlich
  • Grün - frisch, gesund, kreativ - in Räumen sorgt Grün für Ruhe, Sicherheit und Kreativität und ist daher in Arbeitsräumen ideal
  • Braun - rustikal, beruhigend, ausgleichend

  • Weiß - neutralisiert, hellt, belebt - in Räumen ist Weiß eine ideale Kombinationsfarbe, wirkt erweiternd, grenzenlos und verlängernd
  • Schwarz - düster, schwer, edel - von schwarzen Wänden sollte man absehen

  • Grau - neutral, zurückhaltend - in Räumen sollte Grau nur als Kombinationsfarbe verwendet werde. Helles Grau mildert Kontraste, lässt anderen Farben Raum und verbindet Farben.

Möbel und Deko

Die Farbtöne eurer Möbel sollten, damit es im Raum nicht zu unruhig wirkt, entweder eine Abstufung der Wandfarben haben oder möglichst alle aus der gleichen Farbskala (Reihe verschiedener Farbtöne) stammen. Möbel sollten in der Regel eine helle Farbe tragen. Verzichtet auf Muster und wählt besser einfarbige Möbelstücke.

Anders als bei Möbeln könnt ihr bei Wohnaccessoires wie Kissen, Vorhängen und Bildern auf Farbakzente und Muster setzen. Kissen in einer kräftiger Farbe sind ein optisches Highlight und verleihen Räumen etwas lebendiges. Bei Accessoires und der Dekoration hängt die Wirkung der Farben von den Lichtverhältnissen, vom Material und von der Textur ab.

Wenn es darum geht die passende Farbe für die eigenen vier Wände zu wählen und ihr nicht wisst wie ihr vorgehen könnt,
dann helfen euch unsere fünf Tipps dabei, die persönliche Wohlfühlfarbe zu finden und diese gekonnt mit Möbeln und Accessoires zu kombinieren.

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Datum

21. Januar 2021

Kategorien

Magazin

Tags

wandfarbe

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